DIE HEILIGE FAUSTYNA

 

Die Aufgaben, vor welche der Heilige Vater die ganze Kirche stellt, das Geheimnis der Barmherzigkeit Gottes zu verkünden und ins Leben einzuführen, wie auch alles Gebet um Barmherzigkeit für die Welt, bezeugen Leben und Sendung der heiligen Faustyna.

1905 wurde sie im Dorf Glogowiec bei Lodz in Polen geboren, als drittes von zehn Kindern der Eheleute Stanislaw und Marianna Kowalski.

Schon in ihrer Kindheit zeichnete sie sich durch ihre Liebe zum Gebet aus, durch Arbeitsamkeit, Gehorsam und Feinfühligkeit auf menschliche Not. Nicht ganz drei Jahre besuchte sie die Volksschule, und als heranwachsendes Mädchen verließ sie ihr Elternhaus, um bei reichen Familien als Dienstmagd unterzukommen.

Mit zwanzig Jahren fand sie Aufnahme bei der Kongregation der Muttergottes der Barmherzigkeit, wo sie als Schwester Maria Faustyna dreizehn Jahre lebte, in denen sie Pflichten als Köchin., Gärtnerin und Pförtnerin ausübte. Ihr Leben - augenscheinlich sehr einfach, monoton und grau - barg in sich eine außergewöhnliche Tiefe der Vereinigung mit Gott.

Bereits von frühester Kindheit an wollte sie eine große Heilige werden und strebte konsequent danach, indem sie an der Rettung verlorener Seelen mit Jesus zusammenarbeitete, bis zur Hingabe ihres Lebens, als Opfer für die Sünder. So waren die Jahre ihres Ordenslebens mit dem Stigma des Leidens gezeichnet, wie auch mit außerordentlichen mystischen Gnaden.

An diese einfache, aber grenzenlos Gott vertrauende Ordensfrau richtete Jesus, der Herr, erstaunliche Worte:

Im Alten Testament habe ich zu Meinem Volk Propheten mit Blitz und Donner gesandt, heute sende Ich dich zu der ganzen Menschheit mit Meiner Barmherzigkeit. Ich will die wunde Menschheit nicht strafen, sondern sie gesundmachen, sie an Mein barmherziges Herz drücken.

 

Die Sendung von Sr. Faustyna beruht auf drei Aufgaben:

 

- der Welt die in der Heiligen Schrift geoffenbarte Wahrheit von der barmherzigen Liebe Gottes zu jedem Menschen näherzubringen und zu verkünden;

- die Barmherzigkeit Gottes für die ganze Welt zu erbitten, u. a. durch die von Jesus empfohlenen neuen Kultformen der Barmherzigkeit Gottes: das Bild des Barmherzigen Jesus mit der Unterschrift: Jesus, ich vertraue auf Dich, das Fest der Barmherzigkeit Gottes am ersten Sonntag nach Ostern, der Rosenkranz zur Barmherzigkeit Gottes, das Gebet in der Stunde der Barmherzigkeit (15.00 Uhr) und die Verbreitung der Verehrung der Barmherzigkeit;

- die Inspiration einer apostolischen Bewegung der Barmherzigkeit Gottes, die die Aufgabe übernimmt, die Barmherzigkeit Gottes zu verkünden und für die Welt zu erbitten und die - auf dem von der hl. Faustyna gezeigten Weg - nach Vollkommenheit strebt. Dieser Weg beruht auf einer Haltung kindlichen Vertrauens zu Gott; das sich in der Erfüllung Seines Willens ausdrückt sowie auf einer Haltung der Barmherzigkeit gegenüber den Nächsten.

     

Heiligmäßig, entkräftet durch Tuberkulose und Leiden, die sie für die Sünder auf sich nahm, stirbt Schwester Faustyna, kaum 33jährig am 5. Oktober 1938 in Krakau.

 

Am ersten Sonntag nach Ostern, dem 18. April 1993, wurde Schwester Faustyna auf dem Petersplatz in Rom vom Heiligen Vater Johannes Paul II. seliggesprochen. Am darauffolgenden Tag sagte er während einer Generalaudienz: «Gott sprach zu uns durch die Geistesfülle der heiligen Faustyna Kowalska. Sie hinterließ der Welt ein großes Vermächtnis der Barmherzigkeit Gottes und den Ansporn, dem Schöpfer vollends zu vertrauen. Gott gab ihr eine außergewöhnliche Gnade, denn sie konnte seine Barmherzigkeit auf dem Wege mystischen Erlebens und durch das besondere Geschenk des kontemplativen Gebetes erfahren.

Schwester Faustyna, du Selige, ich danke dir, daß du der Welt dieses große Geheimnis der Barmherzigkeit Gottes gebracht hast. Dieses "erschütternde Geheimnis". Dieses unaussprechliche Geheimnis des Vaters, das der heutige Mensch und die ganze Welt so sehr benötigt.“

 

Schwester Faustyna wurde vom Heiligen Vater Johannes Paul II. auf dem Petersplatz in Rom, am ersten Sonntag nach Ostern, dem 30. April 2000, heiliggesprochen.

DAS BILD DES BARMHERZIGEN JESUS

 

Die Herkunft des Bildes hängt mit der Vision zusammen, die Schwester Faustyna am 22. Februar 1931 in Plock hatte, in der Christus, der Herr, den Wunsch äußerte, ein solches Bild zu malen, mit der Unterschrift: Jesus, ich vertraue auf Dich.

Das Bild stellt den auferstandenen Herrn dar, der an Händen und Füßen Spuren der Kreuzigung trägt. Aus dem durchbohrten, auf dem Bild nicht sichtbaren Herzen, gehen zwei Strahlen hervor: ein roter und ein blasser. Gefragt nach ihrer Bedeutung, erklärte Jesus, der Herr:

Der blasse Strahl bedeutet Wasser, das die Seelen rechtfertigt, der rote Strahl bedeutet Blut, welches das Leben der Seelen ist. Diese zwei Strahlen drangen aus den Tiefen Meiner Barmherzigkeit, damals als mein sterbendes Herz am Kreuz mit der Lanze geöffnet wurde.

Anders gesagt, bedeuten die zwei Strahlen die heiligen Sakramente und auch die aus der durchbohrten Seite Christi geborene Heilige Kirche und die Gaben des Heiligen Geistes, deren biblisches Symbol das Wasser ist. Glücklich, wer in ihrem Schatten leben wird, sagte Jesus, denn der gerechte Arm Gottes wird ihn nicht erreichen.

Die Verehrung des Bildes beruht auf vertrauendem Gebet, verbunden mit Taten der Barmherzigkeit. An eine so verstandene Verehrung des Bildes knüpfte Jesus folgende Verheißungen: die Gnade der Erlösung, große Fortschritte auf dem Weg der christlichen Vollkommenheit, die Gnade

einer glücklichen Sterbestunde, wie auch Gnaden aller anderen zeitlichen Wohltaten, um die barmherzige Menschen Ihn mit Vertrauen bitten.

Ich überreiche den Menschen ein Gefäß, sagte Jesus zur Schwester Faustyna, mit dem sie zur Quelle der Barmherzigkeit um Gnaden kommen sollen. Das Gefäß ist dieses Bild mit der Unterschrift: Jesus, ich vertraue auf Dich. Durch das Bild werde ich den Seelen viele Gnaden erteilen, deshalb soll jede Seele Zugang zu ihm haben. Ich verspreche, daß jene Seele, die dieses Bild verehrt, nicht verlorengeht. Ich verspreche auch, hier schon auf Erden, den Sieg über Feinde, besonders in der Stunde des Todes. Ich selbst werde sie verteidigen wie meine Ehre.

 

Die Strahlen der Barmherzigkeit brennen Mich; Ich will sie über die Seelen der Menschen ergießen. O welchen Schmerz bereiten sie Mir, wenn sie die Annahme verweigern. Sage der leidenden Menschheit, sie möge sich an Mein barmherziges Herz schmiegen, und Ich will sie mit Frieden erfüllen. Die Menschheit wird keinen Frieden finden, solange sie sich nicht mit Vertrauen an Meine Barmherzigkeit wendet.

Verkünde der Welt Meine Barmherzigkeit. Möge die ganze Menschheit Meine unergründliche Barmherzigkeit kennenlernen. Das ist das Zeichen der Endzeit. Danach kommt der Tag der Gerechtigkeit. Solange noch Zeit ist, sollen sie zur Quelle Meiner Barmherzigkeit Zuflucht nehmen; sie sollen das Blut und das Wasser, das für sie entsprang, nutzen. Ehe Ich als gerechter Richter komme, öffne Ich weit die Tür Meiner Barmherzigkeit. Wer durch die Tür der Barmherzigkeit nicht eingehen will, muß durch die Tür Meiner Gerechtigkeit gehen.

Gebet der hl. Sr. Faustyna um die Gabe der Barmherzigkeit

0 Herr, ich möchte mich ganz in Deine Barmherzigkeit umwandeln lassen, um so ein lebendiges Abbild von Dir zu sein. Möge diese größte Eigenschaft Gottes,

seine unergründliche

Hilf mir, Herr, dass meine Zunge barmherzig wird, dass ich niemals über meinen Nächsten abfällig rede, sondern für jeden ein Wort des Trostes und der Vergebung habe.

 

Hilf mir, Herr, dass meine Hände barmherzig und voll guter Taten sind, damit ich meinem Nächsten nur Gutes tue und schwierigere, mühevollere Arbeit auf mich nehme.

 

Hilf mir, dass meine Füße barmherzig sind, dass sie meinen Nächsten immer zu Hilfe eilen und die eigene Mattheit und Ermüdung beherrschen.

Meine wahre Rast ist im Dienst am Nächsten.

 

Hilf mir, Herr, dass mein Herz barmherzig ist, auf dass ich alle Leiden der Nächsten empfinde, dass ich Niemandem mein Herz versage, aufrichtigen Umgang auch mit denen Pflege, von denen ich weiß, dass sie meine Güte missbrauchen werden.

Barmherzigkeit, durch mein Herz und meine Seele hindurch zu meinen

Nächsten gelangen.

Hilf mir, o Herr, dass meine Augen barmherzig schauen, dass ich niemals nach äußerem Anschein verdächtige und richte, sondern wahrnehme, was schön ist in den Seelen meiner Nächsten und ihnen zu Hilfe komme.

Hilf mir, dass mein Gehör barmherzig wird, damit ich mich den Bedürfnissen meiner Nächsten zuneige, dass meine Ohren nicht gleichgültig bleiben für Leid und Klagen der Nächsten.

Impulse zum Jahr der Barmherzigkeit

Papst Franziskus hat ein „Jahr der Barmherzigkeit" ausgerufen und dazu eingeladen sich der Barmherzigkeit Gottes neu bewusst zu werden. Wir sollen uns an die Barmherzigkeit Gottes wenden und selbst barmherzig werden.

 

Er erinnert dabei an die Offenbarungen an die hI. Sr. Faustina, die von Jesus den Auftrag erhielt, ein Bild malen zulassen, das uns sein Erbarmen verdeutlichen will. Von seinem geöffneten Herzen gehen Strahlen der Gnade aus, die dem gefallenen Menschen Vergebung und neues Leben schenken.

 

Jeder soll mit der Anrufung „Jesus, ich vertraue auf dich' das Erbarmen Gottes auf sich herabrufen.

 

Wir sind eingeladen, in das unendliche Erbarmen Gottes einzutauchen und sich erneuern zu lassen.

 

Du hast mir in die Augen geschaut, Herr -
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© 2016

Musik: Du hast mir in die Augen geschaut, Herr

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